Reisen im ÖPNV

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Daraus könnte auch eine neue Art zu reisen entstehen: Ein preiswertes Nahverkehrsticket würde es möglich machen. 90 Tage für 9 Euro im Monat unterwegs sein? Oder zum Nulltarif, wie nun sogar von einigen Regionen und Bundesländern vorgeschlagen? Nicht schlecht. Mal wieder ist der ÖPNV in der großen Politik angekommen. Schau’n wir mal, was aus diesem Beschluss der Bundesregierung vom 24.März 2022 zu einem kostengünstigen Nahverkehrsticket wird. Das allein wird die Fahrt mit Bussen und Bahnen aber nicht attraktiver machen.

Sei es wie es sei, mit dieser kurzen Einführung bin ich thematisch bei meinem vorigen Reiseprojekt angekommen. Ich hatte ja angekündigt, es denjenigen einmal vorstellen zu wollen, die es noch nicht kennen.  

Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch Deutschland fahren. Die Idee ist ein bisschen verrückt, aber so eine Reise ist machbar. Ab 2016 nahm ich mir Zeit für 15 Etappen, um Ziele im ÖPNV quer durch Deutschland zu erreichen. Am Ende hatte ich um die 2900 Kilometer in Bussen, Anrufsammeltaxis, Stadt- und S-Bahnen auf der Fahrt durch Deutschland verbracht, viele Stunden an Haltestellen gewartet, auf pünktliche Verbindungen gehofft und dieses Land neu für mich entdeckt. Mitte 2020 wollte ich, so der Plan, mein Reiseprojekt auf der Insel Neuwerk beenden. Warum der Plan nicht ganz aufging, auch davon erzählt mein Buch.

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Die verschiedenen Orte, die ich auf meinen Etappen erreichen wollte, hatte ich mir zu Anfang des Reiseprojekts von meiner Familie, von Freunden und Nachbarn nennen lassen. Einige bekannte Orte waren dabei, aber auch weniger bekannte wie der Teufelsberg, der Funtensee, Nöthschütz  oder die Zickerschen Alpen. Ich begegnete Fliegenfischern, Wellenreitern, Bratwurstbrätern, Fischverkäuferinnen und Dreikäsehochs. Und machte Bekanntschaft mit einer ganzen Welt von Busfahrer*innen: von der freundlicher Servicekraft über launige Kartenabreisser, vom eifrigen Fremdenführer über den pingeligen Beamten bis zum Geschichtenerzähler am Lenkrad.

Meine Reise führte mich durch unzählige Verkehrsverbunde von Hannover aus nach Westen, nach Osten, nach Süden und Norden. Neugierig und offen bereiste ich die Republik. Und schrieb auf, was ich dabei erlebte. Skurriles und Nachdenkliches, Lustiges und Informatives, da und dort mit einem Schuss Selbstironie versehen. Ganz nebenbei verhandele ich damit unterhaltsam ein Topthema, über das in dieser Gesellschaft immer mal wieder nachgedacht wird: die Mobilität. Das vorliegende Buch mit einem Sammelsurium von Geschichten vom Reisen im ÖPNV macht hoffentlich Lust darauf, sich selbst auf den Weg zu machen. Also, Fahrkarte gekauft und los! Doch welches ist das richtige Ticket? Wo finde ich die beste Verbindung von A nach B? Gar nicht so einfach.

Das Buch „Alter Mann im Bus“, erschienen im Hamburger tredition-Verlag, hat seit seinem Erscheinen ein erkleckliches Medienecho gefunden. Es ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich (ISBN: 978-3-347-11526-2).

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